Nacht über den Kordilleren
Ein Gedicht über das Schweigen der Höhenzüge und das Fernweh.
❖
Der Schatten des Gebirges kühlt das Tal,
ein scharfer Grat im letzten Kupferlicht.
Wir zählen Meilen ohne Maß und Zahl,
was dunkel bleibt, bereut der Himmel nicht.
Aus Gestein und ewig weißem Schnee
weht der Wind die alte Unrast fort.
Am Ufer eines stillen Gletschersees
findet die Sehnsucht endlich ihren Ort.
Kein Laut zerschneidet diese Mitternacht,
nur das Pochen in der eigenen Brust.
Wer fern der Heimat in den Bergen wacht,
hat wenig Furcht und keinen Schmerz gewusst.
❖
